Generationenübergang

 

Generation Y auf dem Vormarsch

Jede Generation hat seine ihr wichtigen Werte, die es zu berücksichtigen gilt. Die besondere Herausforderung stellt die junge Generation da, auch  bezeichnet als Generation Y (geboren nach 1980). Sie ist weltweit zahlenmäßig kleiner als ihre Vorgänger, insbesondere die Generation der Babyboomer, die jetzt schrittweise aus dem Arbeitsleben ausscheidet.  Zur Generation Y, die auch die Bezeichnung "Generation Warum" oder "Generation Internet " trägt, gehören vor allem jene jungen Leute, die behütet und in relativem Wohlstand aufgewachsen sind, eine sehr gute Ausbildung haben und am Arbeitsmarkt auf vielfältige Chancen treffen. Es gehören nicht mehr ausschließlich Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen, sondern auch andere gesuchte Berufe dazu. Die Generation Y ist mit dem Internet groß geworden und nutzt dieses Medium mit großer Selbstverständlichkeit als ständiger Begleiter in allen Lebenssituationen.

Neue Werte als Antwort auf Unsicherheit

Im Unterschied zu früheren Generationen, insbesondere der Generation der Babyboomer, hinterfragen die Angehörigen dieser Generation zunächst jede Form von Autorität sowie andere scheinbare Selbstverständlichkeiten am Arbeitsmarkt. Wesentlichen Einfluss auf ihre Lebenseinstellung haben die Dauerkrisen der letzten beiden Jahrzehnte, die eine pragmatische Einstellung zum Leben hervorgebracht haben. Statussymbole oder auch typische vertikale Karrieremuster bedeuten ihnen vergleichsweise wenig, viel höher im Kurs stehen Selbstbestimmung und Zeitsouveränität. Sie leben im Hier und Heute und wollen ihr Leben im Einklang von Berufs- und Privatleben gestalten. Was zählt, ist die Gegenwart, die Verschiebung von Gratifikationen in eine ferne Zukunft ist wenig populär.

Generation-Y-junge-Leute
Generation Y als Herausforderung für Unternehmen

Von Unternehmen und Vorgesetzten fordern sie Wertschätzung und Anerkennung, Aufmerksamkeit und Fürsorge und vor allem ein regelmäßiges Feedback. Können sie sich mit ihrer Arbeit und dem Arbeitsplatz identifizieren, zeigen sie hohes  Engagement und sind enorm leistungsfähig.  Im Umkehrschluss sind sie auch jederzeit bereit den Arbeitsplatz zu wechseln, wenn diese nicht mehr ihren Erwartungen entsprechen, was sie zum Albtraum mancher Führungskräften und Personalverantwortlichen macht.

Vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt: Zur Wehr setzen zwecklos?

In einem durch Fachkräftemangel geprägten Arbeitsmarkt kann die junge Generation ihre spezifischen Werte stärker einfordern und durchsetzen. Ihr Nachrücken wird die Kultur in den Unternehmen nachhaltig verändern, bringt aber auch Konfliktpotenziale zu Führungskräften und älteren Beschäftigten. Allerdings wird bei genauerem Hinsehen deutlich, dass viele der von ihnen vertretenen Werte auch für andere Generationen reizvoll und erstrebenswert sind. Die neue Situation besteht darin, dass die schrittweise Verschiebung der Macht vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt die Rahmenbedingungen für die Unternehmen wesentlich verändert. Sie werden sich darauf einstellen müssen, denn letztlich kann kein Unternehmen darauf verzichten, die leistungsfähigen Angehörigen der Generation Y für sich zu gewinnen.

Wertevergleich der Generationen

Nachkriegsgeneration/ Baby Boomer

  • Akzeptanz von kollektiven Mustern
  • hohes Commitment, weil es zur Pflicht gehört
  • Akzeptanz von Hierarchien und der Führung, weil sie legitimiert ist
  • Arbeitsethos, Trennung zwischen Beruf und Privatleben
  • Trend zur "vertikalen Karriere"
  • lebenslange Loyalität, Entscheidung fürs Leben
  • lebenslange Reichweite der abgeschlossenen Berufsausbildung
  • Präferenz für die Face to Face Kommunikation und Kooperation
  • Teil des "Kollektivs"
  • Security als Leitbild
Generation Internet/Game (Generation Y)

  • individuelle Orientierung
  • hohes Commitment, wenn die Tätigkeit Freude macht
  • Abkehr von der Akzeptanz von Hierarchien
  • Streben nach Work-Life-Balance
  • Trend zur "sanften" Karriere
  • aktiver Umgang mit Wahlmöglichkeiten und geringere Verweildauer
  • Bewusstsein der Notwendigkeit von (lebenslangem) Lernen
  • Kommunikation und Kooperation sowohl face to face als auch virtuell
  • Wunsch nach Aufmerksamkeit und Fürsorge
  • Flexicurity als Leitbild

Quellen:

  • Abicht, L. (2016): Unsichtbare Revolutionäre und stille Gewinner, Berlin: Goldegg Verlag.
  • Rump, J. / Eilers, S. (2012): Die jüngere Generation in einer alternden Arbeitswelt. Baby Boomer versus Generation Y, Sternenfels: Wissenschaft & Praxis.
  • Prof. Dr. Rump, Jutta: Attraktivität als Arbeitgeber. Rastatt, den 11. Juni 2013, Folie 30.
  • Fischer, H. / Rump, J. et al. (2013): Unternehmen, in: Rump, J. / Walter, N. (Hrsg.) (2013): Arbeitswelt 2030. Trends, Prognosen, Gestaltungsmöglichkeiten, Stuttgart: Schäffer-Poeschel, S. 79.