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Regionale Unterschiede beim Fachkräfteangebot

Die Entwicklung des Fachkräftemangels verläuft regional  sehr unterschiedlich. Während Regionen im Süden und Nordwesten Deutschlands durch Zuwanderungsgewinne und eine etwas jüngere Bevölkerung langsamer betroffen werden, sind im Osten und in der Mitte Deutschlands schon bald massive Probleme bei der Deckung des Fachkräftebedarfs zu erwarten. Damit steigt der Wettbewerb um Fachkräfte zwischen den Regionen an.

Aktuelle Fachkräfteengpässe

In einigen Bereichen und Regionen in Deutschland sind bereits heute Fachkräfteengpässe zu verzeichnen. Dies gilt insbesondere für die Bereiche Ingenieurwesen, Medizin oder Pflege aber auch für Fachkräfte im gewerblich-technischen Bereich. Erwerbstätige mit Berufen wie Verkauf, Büro, Reinigung, Bewirtung und Transport aber auch gewerblich-technische Berufe z.B. der Metallindustrie sind heute schon knapp. Die Anzahl der Arbeitslosen pro gemeldete freie Stelle nimmt deutlich ab. Stellenbesetzungsverfahren dauern länger als bisher. Ausbildungsplätze lassen sich teilweise nicht mehr besetzen. Ursachen sind der Mangel an geeigneten Fachkräften aber auch eine Diskrepanz zwischen der Nachfrage der Unternehmen und dem Qualifikationsniveau der Bewerberinnen und Bewerber. Manche Unternehmen müssen bereits heute Aufträge ablehnen, weil ihnen die Fachkräfte fehlen.

Branchenunterschiede

Die Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung, aber auch die Gründe für Besetzungsprobleme variieren auch nach Wirtschaftszweigen. Zwischen September 2011 und August 2013 gab es beispielsweise in 106 Berufen kontinuierlich weniger Arbeitslose als offene Stellen, so das Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Eine zu geringe Anzahl von Bewerberinnen und Bewerber als Grund für die Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung gilt v.a. in den Sektoren mit technisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt sowie dem Gesundheitsbereich. Der größte Fachkräftemangel besteht in der Fachkrankenpflege.

WEITER ZU "WERTEWANDEL UND FACHKRÄFTEMANGEL"

Quelle: Dr. Schlömer, Claus (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im BBR): "Arbeitskräfteangebotsentwicklung 2009 - 2030 (in Prozent)" In: Mitteilungen der Deutschen Gesellschaft für Demographie e.V. - Jahrgang 11, Ausgabe Nr. 14 (Juli 2012), S.22.